Levent Kunt | Alex Lebus | Lukas Maksay | Nadin Reschke | Viktor Voi

Ausstellung im öffentlichen Raum der Stadt Meißen und im Kunstverein Meißen

im Rahmen des Meißner Kultursommers 2025, in Kooperation mit der Stadt Meißen 


Kuratiert von Johanna Bettle und Matthias Lehmann

17. Juni – 29. August




zwischendurch ist der Moment zwischen zwei Schritten, der Blick, der kurz hängen bleibt, die Pause, die niemand geplant hat. Die Ausstellung verortet sich genau dort: zwischen Einkaufsweg und Arbeitstag, zwischen Straßenecke und Platz, zwischen Menschen.


Eine Metallskulptur, die Linien der umliegenden Gebäude aufnimmt und weiterführt. Papierbahnen, die sich unter dem Einfluss von Feuchtigkeit und Zeit langsam verwandeln. Einkaufswagen, die zu einem begehbaren Kreis werden. Fahnen, die feministische Stadtkritik in den Wind schreiben. Baumhybride, die sich nahtlos in die Landschaft fügen und erst auf den zweiten Blick ihre Unstimmigkeit offenbaren. Viktor Voi, Alex Lebus, Levent Kunt, Nadin Reschke und Lukas Maksay präsentieren ihre Kunstwerke an ganz unterschiedlichen Orten in der Stadt und stellen Fragen nach Zugehörigkeit, Wandel und dem, was im Alltag unsichtbar bleibt, aber da ist.


Der Kunstverein Meißen e.V. realisiert die Ausstellung vom 13. Juni bis 29. August 2026 im Rahmen des Meißner Kultursommers in Zusammenarbeit mit der Stadt Meißen an verschiedenen Standorten in der Altstadt sowie in den Räumlichkeiten des Kunstvereins. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Workshops und Lesungen lädt zur weiteren Auseinandersetzung ein.


Eröffnung | Samstag, 13. Juni, 15 Uhr

mit Rundgang durch die Stadt mit Liam C. Floyd

Veranstaltungswochen mit Workshops
17. Juni – 29. August

Veranstaltungen im Rahmen des Literaturfestes Meißen 2026

17. Juni – 29. August


Finissage | Samstag, 29. August, 15 Uhr

mit Katalogpräsentation

Lesungen

Sonntag, 14. Juni, 14:00 — 14:30 Uhr: Eyk Akansu

Eyk Akansu begibt sich in und mit seinen Gedichten sowohl auf den Grund nächster Beziehungsweisen als auch auf den Weg durch nahe gelegene Stadt- und Landstriche. Dabei macht er weder vor von „Drachen“ bewachten Kleingärten Halt noch vorm Imperfekt namens Mensch und anderen Beifängen im Rost der Zeit.


Sonntag, 14. Juni, 14:45 — 15:15 Uhr: Jan Schaldach

Jan Schaldachs Lyrik erkundet die Welt aus dem Blickwinkel der Peripherie. Abgelegene Landschaften, versteckte Orte und all die Momente, die das Übersehene aufregend machen, sind die Hauptdarsteller in seinen Gedichten. Seine Gedichte bewegen sich an der Grenze zwischen Text und Grafik.


Führungen mit Liam Floyd

Samstag, 13. Juni, 15:45 Uhr

Mittwoch, 24. Juni, 17 Uhr

Samstag, 25. Juli, 17 Uhr

Mittwoch, 26. August, 15 Uhr


Workshops

Samstag, 27. Juni, 13 — 16 Uhr

Objekte und deren Materialität | Workshopleitung: Lukas Maksay

Der Workshop „Objekte und ihre Materialität“ lädt dazu ein, alltägliche Materialien durch Techniken wie Knoten, Kleben, Schrauben oder Zerlegen in skulpturale Formen zu verwandeln. Ob organisch oder künstlich, belebt oder unbelebt – im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Material die Form prägt und welche neuen Bedeutungen durch Umgestaltung entstehen können.


Samstag, 25. Juli, 14 — 17 Uhr

Linoldruck – Licht und Linie freilegen | Workshopleitung: Ana Pireva

Der Workshop lädt dazu ein, eine Technik zu entdecken, bei der das Bild durch Wegnehmen entsteht: Jeder Schnitt setzt eine bewusste Spur, jede Fläche wird zum Dialog zwischen Licht und Dunkel. Gearbeitet wird mit zwei Linolplatten und ohne Presse – direkt von Hand – sodass eine unmittelbare Verbindung zwischen Platte, Farbe und Papier entsteht. Am Ende entsteht ein persönliches Stempelbild, das die eigene Handschrift trägt. 


Samstag, 8. August, 13 — 16 Uhr

Bild to go – Monotypie | Workshopleitung: Erika Richter

Der Workshop „Bild to go“ verwandelt ausgediente Textilien in individuelle Wandbilder und verbindet künstlerische Praxis mit nachhaltigem Umgang mit Materialien. Mitgebrachte Altkleider, Stoffreste oder Laken werden hinsichtlich Muster, Struktur und Haptik erkundet und mittels Monotypie – durch Schablonen, Pflanzenabdrücke oder freie Malerei – in druckgrafische Arbeiten überführt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Farben und Materialien werden bereitgestellt; am Ende können die fertig bespannten Rahmen direkt mitgenommen werden.


Die Teilnahme am Rahmenprogramm ist kostenfrei.
Anmeldungen für die Workshops sind per Mail unter kontakt@kunstverein-meissen.de möglich.

VIKTOR VOI

von und zu

Domherrenhaus, Freiheit 6

51.164160, 13.468691


Viktor Voi greift mit seiner Skulptur am Domherrenhaus Linien und Raumkanten der umliegenden Gebäude auf und führt sie in einer fließenden Form weiter. So entsteht mitten im städtischen Alltag ein Moment des Innehaltens: ein Fragment aus Metall, das Fragen nach Richtung und Fortsetzung stellt und dazu einlädt, die Umgebung mit anderen Augen zu sehen. Mit seinen Arbeiten möchte er zu Perspektivwechseln anregen, zum Entdecken und Hinterfragen des Sichtbaren ebenso wie des Unsichtbaren.

Alex Lebus

Raum im Raum

Brückenbogen, Schlossstufen

51.165369, 13.469480


Alex Lebus präsentiert ein in die historische Architektur eingespanntes Holzquadrat mit großformatigen, durch Leim und Pigment versteiften Papierbahnen – ein Spiel zwischen dem stabilen Holzgerüst und dem fragilen, prozesshaften Papier, das beide Male vom selben Ausgangsmaterial ausgeht. Feuchtigkeit, Temperatur und Zeit greifen aktiv in die Skulptur ein: Formen verziehen und senken sich oder reißen – ein stiller Prozess der Transformation, der den Ort unter der Brücke in einen fragilen Innenraum verwandelt und unmittelbar erfahrbar macht.

Levent Kunt 

Circulus

Rondell Albrechtsburg

51.167127, 13.471012


Levent Kunt setzt auf dem Rondell hinter der Albrechtsburg dem vorhandenen gepflasterten Hexagon einen geschlossenen Kreis entgegen: Einkaufswagen werden zu einer ringförmigen, begehbaren Sitzskulptur zusammengefügt, die ein vertrautes Alltagsobjekt in einen neuen skulpturalen Zusammenhang stellt. Die Installation lädt zum Verweilen ein und eröffnet einen sozialen Ort der Begegnung zwischen Konsum und Gemeinschaft, Funktion und künstlerischer Geste.

Nadin Reschke

Kompliz*innen

Fahnenmasten Elbstraße 

51.163863, 13.473506


Nadin Reschke bespielt die sieben Masten der Elbstraße mit großformatigen Fahnen, die fotografische Gesten von FLINTA-Personen zeigen und feministische Stadtkritik in den öffentlichen Raum tragen. Unter dem Titel „Kompliz*innen“ laden sie zur Komplizenschaft ein und setzen sanft wehend im Wind ein starkes, leises Signal, das einzelne Stimmen sichtbar macht.

Lukas Maksay

Wenn Bäume mit Ästen werfen

Elbwiese, linkselbisch

51.162444, 13.476841


Lukas Maksay stellt sieben Baumskulpturen auf der Elbwiese auf, die aus Teilen verschiedener Baumgattungen zusammengesetzt sind und sich scheinbar nahtlos in die Landschaft einfügen. Erst bei genauerer Betrachtung offenbart sich die Unstimmigkeit: Die Hybride verwandeln die offene Wiese temporär in ein Waldgebiet und lenken die Aufmerksamkeit auf Wachstum, Wahrnehmung und das Spiel zwischen Natur und menschlichem Eingriff.

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ÖFFNUNGSZEITEN

Mi.- Sa. 11-17 Uhr | Zwischen den Ausstellungen geschlossen | Eintritt frei. 

Kunstverein Meißen e.V. | Burgstraße 2 | 01662 Meißen | Telefon: 03521 476650 | kontakt[at]kunstverein-meissen.de


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