Querung - Ina Abuschenko-Matwejewa und Andreas Schmid im Kunstverein Meißen

25 Jahre Kunstverein Meissen 1992 - 2017

Ausstellung

Querung

Ina Abuschenko-Matwejewa und Andreas Schmid

26. Mai bis 7. Juli 2018

Eröffnung: Samstag, 26. Mai, 17.00 Uhr

Begrüßung: Matthias Lehmann
Einführung zur Ausstellung und Künstlergespräch: Wolfgang Siano, Kunsthistoriker
Die Künstler sind anwesend.

Querung - Ina Abuschenko-Matwejewa und Andreas Schmid im Kunstverein MeißenQuerung - Ina Abuschenko-Matwejewa und Andreas Schmid im Kunstverein Meißen

Querung

Jeder Mensch hat eine eigene Physiognomie, ein Gesicht, dessen Sehfeld sich an der Begrenzung durch einen Horizont orientiert. Der Blick des Menschen ist gerichtet, und seine Augenstellung lässt ihn räumlich sehen, ohne dass sie oder er sich dabei selber sehen könnten. Alle brauchen den Blick von Außen, ein Gesehenwerden durch Andere, das ihnen Selbstbewusstsein und ein Wissen um ihre Verortung sowohl im sozialen Raum als auch um ihre Stellung im Kosmos verleiht. Die Überlieferung der Kunst ist auch eine Geschichte der Veranschaulichung dieser Wechselseitigkeit.

Ina Abuschenko-Matwejewa und Andreas Schmid vermitteln in ihrer gemeinsamen Ausstellung aufeinander bezogene Augenblickserfahrungen solcher Wechselseitigkeit. Ihre bildliche Inszenierungen des Nicht - Fassbaren räumlicher Präsenz zeigen, dass ‚Raum’ sich als Bewegung ereignet. Wir durchqueren Räume und überqueren Grenzen, wobei wir durchaus Anderen in die Quere kommen oder gar von Querschlägern getroffen werden können. An der äußersten Grenze dieser Assoziationen führt uns die Verquertheit als extreme Desorientierung wieder auf eine richtungsgebundene Orientierung zurück.

Wir leben in Zwischenräumen und unsere Navigation vollzieht sich im Abgleich des Wechsels von innerer und äußerer Ausrichtung und Anschauung. Auch wenn uns heute kleine Maschinen die Richtung vorgeben, folgt deren System doch dem Wechselspiel himmlischer und irdischer Körper. Die räumliche Beschaffenheit der menschlichen Körper – ihr Volumen und ihr Gewicht - führt uns auf den Boden der Tatsachen zurück, und das sind die Zwischenräume, in denen wir in unserem Verhältnis zur Welt und zu den Anderen leben.

Jede einzelne der Arbeiten von Ina Abuschenko-Matwejewa und Andreas Schmid vergegenwärtigen diese Relation in sich wie auch zueinander. Das Spektrum dieser Relationen öffnet sich den Besuchern in der Querung der Ausstellungsräume als Feld von Zwischenraumstrukturen, das ihr persönliches Orientierungsprogramm um neue Möglichkeiten erweitern kann. In den Schnittstellen dieser Zwischenräume kann die Distanz setzende Horizontbindung der Blicke von außen für einen magischen Augenblick aufgehoben werden.

Wolfgang Siano, Kunsthistoriker

 

Biografien

 

Ina Abuschenko-Matwejewa

2018 Stipendium Norwegen, Lofoten Steigen, gefördert vom Land Brandenburg
2014 Brandenburgischer Kunstförderpreis
2008 Arbeitsstipendium des Landes Brandenburg
2008 Stipendium Ahrenshoop
2004 Stipendium Villa Serpentara, Olevano Romano, Italien
1999 Förderpreis des Freundeskreises der Kunstakademie Dresden
1996 Stipendium der Stiftung Kulturfond Berlin, Ahrenshoop
1996 Atelierstipendium der Akademie der Künste Berlin
1999-2001 Studium am Institut für Kunst im Kontext, HdK Berlin
1991-96 Studium der Malerei/Grafik an der HfBK Dresden
1988 Studium Germanistik/Kunstwissenschaft/Pädagogik an der Humboldt-Universität Berlin
1969 in Bernau b. Berlin geboren, lebt und arbeitet als Künstlerin in Eberswalde

Auswahl Ausstellungen

2018 "Wolken und Wind, Gras und Schatten", Kulturverein Schneverdingen
2017 „reFORMATION”, Ausstellung im Kreuzgang, Ev. Akademie Meißen • „Weiße Schatten. – Wege durch die verlassene Papierfabrik Wolfswinkel”, Eberswalde „Die Kriminellen der Frau A.”, Werkstatt Staatsoper Berlin, Ausstellung der “Schattenmänner”, Texte: Tanja Langer, Aufführung: Atonale e.V. Berlin •
2016 „Zwiegespräch“, Ausstellung mit Barbara Schnabel, Galerie Mutter Fourage
2015 Ausstellung Kunstförderpreisträger im Museum Dieselkraftwerk, Cottbus
2014 „Oppetreppe“ Ausstellung in der Galerie der Bausparkasse Schwäbisch Hall • „Konkrete Kunst“, Galerie Ruhnke, Potsdam
2013 „Poesie des Fragments“, Kloster Chorin •
2012 „Berliner am Meer“, Galerie Parterre, Berlin
2011 „Nach Strich und Faden“, KunstHaus Potsdam, Kunstverein
2010 „Von der Linie in der Skulptur“, Kunsthaus Ahrenshoop
2009 Ausstellung der Stipendiaten, Museum Dieselkraftwerk, Cottbus
2006 Michael Martin Gallery, San Francisco, USA •
2002 Werkstatt Junge Kunst, Akademie der Künste, Berlin •
1997 „Media Scape“, Museum of Contemporary Art, Zagreb, Kroatien

 

Andreas Schmid

2013 Projektförderung der Lottostiftung
2010 Projektförderung für das Projekt „Open Academy 2010“ in Vietnam mit V. Radulovic
2000 Künstleraufenthalt in der Chinati-Foundation Marfa, USA
1983 – 1986 Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für die VR China
1983 –1986 Studium der chinesischen Kalligraphie, der Kalligraphiegeschichte und des Siegelschneidens an der
Kunstakademie Zhejiang in Hangzhou / VR China
1974 - 1981 Studium der Kunsterziehung, der Freien Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1955 in Stuttgart Geboren, lebt und arbeitet als Künstler, Kurator und Autor seit 1987 in Berlin

Auswahl Kunst im öffentlichen Raum / Ausstellungen

2018 Farbfeld Chemnitz 2018, permanente Lichtkunst, Eingang der Kunstsammlungen Chemnitz
2015 Relation, gesteuerte, permanente Lichtkunst am Kleinen Schlossplatz, Stuttgart
2018 WeitSicht 2018, VR Bank Enz Remchingen, LICHT_BILD#3, KV Schöningen mit Elisabeth Sonneck
2017 LICHT_BILD #2, Andreas Schmid mit Elisabeth Sonneck, Milchhof, Berlin
2016 Vis-à-Via mit Adolf Fleischmann: Hartmut Böhm und Andreas Schmid, zwei Installationen Hartmut Böhm und Andreas Schmid im Kontext der Retrospektive Adolf Fleischmann, Daimler Contemporary, Berlin
2017 Revolution in Rotgelbblau- Gerrit Rietfeld und die zeitgenössische Kunst, MARTa, Herford; IN DEN RAUM ZEICHNEN- umreißen-verdichten-spuren, Galerie Nord - Kunstverein Tiergarten, Berlin; On the Subject of Ready-Made or Using a Rembrandt as an Ironing Board, Daimler Contemporary, Berlin
2016 Aufstiege, Lichtkunstfestival in Stuttgart und Umgebung; Doppelte Bewegung, Schau Fenster Berlin; EUROPA, Roter Teppich, U-Bahnhof Bundestag, Berlin
2015,Tu alles weg- 100 Jahre Schwarzes Quadrat; zum 100. Geburtstag von Kasimir Malewitsch, Galerie Weißer Elefant, Berlin; calligraphy-non calligraphy (shu-feishu), Hangzhou,VR.China,

 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter nter www.ina-abuschenko-matwejewa.de und www.andreasschmid.info

Pressekontakt: Matthias Lehmann | m.lehmann@kunstverein-meissen.de | Tel. 01797388026