The Inaudible and Noiseless Foot of Time ISABELLE BORGES & CHRISTIAN HENKEL - Ausstellung im Kunstverein Meißen

25 Jahre Kunstverein Meissen 1992 - 2017

Ausstellung

The Inaudible and Noiseless Foot of Time
ISABELLE BORGES & CHRISTIAN HENKEL


25. März bis 17. Juni 2017

Vernissage: Samstag, 25. März 2017, 17.00 Uhr

Begrüßung und Künstlergespräch: Matthias Lehmann

 

The Inaudible and Noiseless Foot of Time ISABELLE BORGES & CHRISTIAN HENKEL - Ausstellung im Kunstverein Meißen

 

The Inaudible and Noiseless Foot of Time

ISABELLE BORGES & CHRISTIAN HENKEL

Der Ausstellungstitel (übersetzt: der unhörbare und geräuschlose Fuß der Zeit) ist ein Zitat des Königs von Frankreich aus dem Shakespearstück "Ende gut, alles gut".
Dieser ist ein poetischer Verweis auf die stillen Prozesse in den Arbeiten der beiden Künstler Isabelle Borges und Christian Henkel, deren gemeinsam entwickelte
Ausstellung ab 25. März 2017 im Kunstverein Meißen zu sehen ist. Der Titel stellt zugleich einen Bezug zur mittelalterlichen Stadtumgebung von Meißen her, deren
urbane Strukturen sich über Zeiten hinweg in Abwesenheit unseres Bewusstseins bis in die Gegenwart entwickelt haben.
In den Bildern der in Berlin lebenden Brasilianerin Isabelle Borges formen sich Linien und Flächen zu geometrischen Räumen, konzentrieren diese oder lösen sie wieder auf. Die Flächen erscheinen als gefaltete Konstrukte, die meist in schwachnuancierten Grautönen die Schattierungen eines Realraums aufgreifen und wiedergeben. Hier findet eine Reduzierung auf das genau Notwendige statt, eine Analyse und Findung des Richtigen für den Ausstellungsraum. In den letzten Jahren hat die Künstlerin teils recht große Wandarbeiten entwickelt, in denen sie ihre Formen raumbezogen organisiert. Auch speziell für die Ausstellung im
Kunstverein Meißen ist eine Wandarbeit geplant. Ein neuer Arbeitszyklus betitelt mit `the Box´, besteht aus Materialcollagen die auf Holz Boxen aufkaschiert sind. Diese Objekte heben sich durch ihre Tiefe von der Wand ab und drängen in den Raum. Hier sind u. a. synthetischfarbige Oberflächen so angelegt, dass diese von den weißen Wänden reflektiert werden und ihre räumliche Präsenz damit erweitern.
Isabelle Borges Arbeiten folgen formal der Tradition der neokonkreten, brasilianischen Avantgarde die seit den 50-ziger Jahren bis heute maßgebend ist in der konkreten und konstruktivistischen Kunst. Die Arbeiten bewegen sich an der Grenze von Zeichnung und Malerei und überschreiten deren Zweidimensionalität mit den in den Raum greifenden Objekten.

Während Isabelle Borges sich als Malerin etabliert hat und zunehmend in den realen Raum expandiert, ist Christian Henkel ein Bildhauer, der seine skulpturalen Arbeiten bemalt. Sein Ansatz ist ein stark materialbetonter, formaler und zunehmend konstruktivistischer. Die Werke beinhalten einen Prozess des Machens und Bauens, der fortlaufenden Herstellung oder Zerstörung und vermitteln eine Aura der permanenten Atelierbaustelle. Das Amateurhafte und Nichtperfekte, das Unvollendete und Offene wird zum kalkulierten Teil seiner Ästhetik, auch in dem die Arbeitsspuren und Fehler in der Oberfläche absichtsvoll hervorgehoben werden. Viele seiner Arbeiten der letzten Jahre sind in der Auswahl des Materials und der Bearbeitung ihrer Oberfläche inspiriert von am Straßenrand gesehenen Sperrmüllhaufen und den provisorischen Relikten deutscher Heimwerker in ihren Schrebergärten.
Seine Objekte mit ihren Oberflächen entstehen durch permanentes Überlagern, Stapeln und Durchbrechen von Fläche, Material und Farbe. Für diese Ausstellung hat er eine neue Serie angefertigt, die noch nicht an anderer Stelle ausgestellt wurde und somit ihre Premiere in Meißen und Sachsen erfährt.
Kuratiert von Matthias Lehmann, Kunstverein Meißen e.V.

 

Isabelle Borges

lebt und arbeitet in Berlin
1966 geboren in Salvador – Brazil
1985 – 1988 Social Sciences , UnB, Brasilia.
1989 – 1992 Escola de Artes Visuais, Rio de Janeiro
1995 – 1997 Kunstakademie Düsseldorf, Prof. Christian Megert
Isabelle Borges reüssierte bereits durch erfolgreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland. Um nur Einige zu nennen: Beteiligungen an Gruppenausstellungen in der Galerie EIGEN + ART in Leipzig und EIGEN + ART / Lab in Berlin sowie 2013 eine Soloschau im Museo Brasileiro da Escultura / MUBE, in Sao Paulo. Die Galerie Paralelo / Sao Paulo zeigte im April 2015 Arbeiten von Isabelle Borges auf internationalen Kunstmessen in Sao Paulo und Lima.

 

Christian Henkel

lebt und arbeitet in Berlin und Dresden
1976 geboren in Rudolstadt, Thüringen
1997-2000 Ausbildung an der Holzschnitzschule
2000-2006 Studium der Bildhauerei an der HfBK Dresden, mit Diplomabschluss
2006-2008 Meisterschülerstudium bei M. Brandmeier
2013/14 Lehrauftrag an der HfBK Dresden Klasse Brandmeier
seit 2015 Künstlerischer Mitarbeiter an der HfBK Dresden
Neben seiner Tätigkeit als Künstlerischer Mitarbeiter an der HfBK Dresden hatte Christin Henkel in
den vergangenen Jahren zahlreiche Ausstellungen und - beteiligungen, vorrangig national, aber
auch in Innsbruck und Amsterdam. Einige davon waren beispielsweise: „SMPL“ Galerie
Hammerschmidt und Gladigau, Erfurt, 2015, „Heart Chor“ Kunsthaus Erfurt mit M. Jung, 2014,
„Retiro do Leao“, S.T.O.R.E, Dresden, 2013, „Amateur Standard“, Kunstpavillon Innsbruck, 2012,
„TERRA BLIZZA“, Galerie B2, Leipzig (mit B. Muhr), „Sorry Eva“, Galerie Herrmann Breker, Kassel
und „Black matters“, Galerie Marthouse, Amsterdam (mit R. Bouwman), 2010.