bilder und filmbilder. Maja Nagel und Julius Günzel - Ausstellung im Kunstverein Meißen

25 Jahre Kunstverein Meissen 1992 - 2017

Ausstellung

bilder und filmbilder
Maja Nagel und Julius Günzel


29. Januar bis 4. März 2017

Vernissage: Sonntag, 29. Januar, 11.00 Uhr
Begrüßung: Matthias Lehmann
Einführung: Tanja Mette-Zimmermann
Musik: Ensemble Concentus

Finnisage mit Filmpräsentation: Samstag, 4. März, 17.00 Uhr
Einführung: Dr. Grit Lemke, DOK Leipzig

bilder und filmbilder Maja Nagel und Julius Günzel - Ausstellung im Kunstverein Meißen

 

bilder und filmbilder

"bilder und filmbilder" ist die erste Ausstellung in 2017 im Kunstverein Meißen e.V. mit der Künstlerin Maja Nagel und dem Filmemacher Julius Günzel. Beide arbeiten seit mehreren Jahren an gemeinsamen Filmprojekten, von denen, neben den grafischen und malerischen Bildern von Maja Nagel, eine Auswahl in der Ausstellung zu sehen ist.

Ihr verbindendes Thema ist der Verlust von Heimat, das Verschwinden von Traditionen und kollektivem Gedächtnis, insbesondere bei der sorbischen Volksgemeinschaft, hervorgerufen durch die fortschreitende Ausweitung des Braukohletagebaus in der Lausitz.

Die gemeinsame Filmarbeit ist oft geprägt durch einen dokumentarischen Charakter. So erzählt der Film cerne jagody mit poetischen Bildern vom Blaubeersammeln und über das Leben der Menschen, im Einklang mit der Natur und ihren sorbischen Gewohnheiten und Bräuchen. Doch nach und nach verschwinden die Orte, die Wälder, die Landschaften und mit Ihnen gehen auch die Traditionen und das Erinnerungsvermögen verloren.

Die grafischen und malerischen Arbeiten von Maja Nagel greifen Einzelheiten, Details und Ausschnitte aus diesen kaum aufzuhaltenden Prozessen auf. Geografische Veränderungen, Bruchstücke und Momentaufnahmen des Lebens werden in Karten markiert, bildnerisch skizziert, übermalt und weiterverarbeitet oder dienen als Vorlagen für malerische Auseinandersetzungen. All diese Arbeiten, die in ihrer Einzigartigkeit für Vertiefung in einem Gegenwertigen Moment stehen, bilden darüberhinaus Versatzstücke und Puzzleteile, die sich, auch in Verbindung mit den gezeigten Filmen, in der Ausstellung zu einem Gesamtbild fügen.

 

Ausblick

Mit dieser Ausstellung wird das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins Meißen e.V. von 2017 eröffnet, dessen Programmatik die Präsentation von mindestens zwei oder mehr Künstler-innen pro Ausstellung vorsieht, welche inhaltlich oder in Ihrer Arbeitsweise Verknüpfungspunkte aufweisen. Indem diese gemeinsam eine Ausstellungssituation entwickeln, sich aneinander reiben, miteinander Dinge und Sachverhalte hinterfragen, anstoßen und bearbeiten, entsteht eine Intensität in der Auseinandersetzung die auch für den Besucher der Ausstellungen erkennbar sein wird.
Darüber hinaus soll wieder mehr an die Traditionen des Kunstvereines in seinen Anfängen angeknüpft werden, der vor genau 100 Jahren 1917 in Meißen gegründet wurde und in den Folgejahren einen regen Austausch und enge Verbindungen zur Dresdener Kunstszene und Kunsthochschule hatte. Im Zuge dessen wird die diesjährige Sommerausstellung von Meisterschülern der HfBK Dresden entwickelt, die mit Ihrer Präsentation über die Räumlichkeiten des Kunstvereins hinaus, auch im Meißner Stadtraum künstlerisch arbeiten und präsent sein werden.

Programm/ Kurator/Text: Matthias Lehmann, Vorstand Kunstverein Meißen e.V.

 

Maja Nagel

- 1959 geboren in Bautzen
- 1977 Studium und Diplom an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden in der Fachklasse bei Prof. Horlbeck;
- 1983–2004 Mitglied des Kreises sorbischer bildender Künstler
1983–1997 freischaffende Künstlerin in Dresden und Berlin, zurzeit in Eula bei Nossen
- 1990/91 Redaktionsmitglied des Dresdner Kulturjournals reiterIN
- Mutter von Sohn Paul und Tochter Klara
- Personalausstellungen unter anderem in: Bautzen, Görlitz, Marcilhac sur célé (Frankreich), Furche in Annaberg-Buchholz, Wege und Gehäuse in Hamburg, Arche in Berlin, querfeldein in Dresden, landnahme in Cottbus, figurenfarten in Leipzig,  zwischenwesen in Buenos Aires, im feld Chemnitz
- Gemeinschaftsausstellungen unter anderem in: Dresden, Berlin, Prag, Schwerin, Leverkusen, Mainz, Bonn, Paris, Sankelmark, Sunderland (England), Warschau, Budapest, Quito (Equador), Bogota (Kolumbien) und Buenos Aires
- verschiedene Installationen, unter anderem: seeweg und abraum in der Lausitz und
Eintagesinstallation im Bismarkturm Radebeul
- Produktion von Animationsfilmen und Dokumentarfilm: unter anderem blaubeeren – cerne jagody (2013).

 

Julius Günzel

- 1981 in Dresden geboren
- seit 2002 Aufnahmeleitungsassistent bei dem dokumentarischen Spielfilm „Schultze gets the blues“, Kameraassistent bei dem Kurzspielfilm „Grillenburg“, Kameraassistent bei dem Musikvideodreh “Wann immer du willst”, Materialassistent bei dem Spielfilm „Rotkäppchen“, Kameramann bei der Dokumentation "Wiederaufbau - Residenzschloss in Braunschweig" im Auftrag des NDR , Kameramann bei dem Dokumentarfilm „Sergej in der Urne“, Produktionsassistent bei dem Spielfilm "Whiskey mit Wodka"
- 2004 Live-Kameramann im Rahmen der Operninszenierung „Turandot“
- seit 2004 Videoinstallationen unter anderem: Im Rahmen des Liederabends „Judy Garland lebt!“, Im Rahmen der Opernproduktion und Uraufführung "Copernicus" von dem Berliner Komponisten Oliver Korte, Europäischen Zentrum der Künste in Hellerau
- seit 2006 Dokumentarfilme, unter anderem: Gaststätte Goldener Pfeil, Der Buddha und die Taube, über den Dresdner Maler Eberhard von der Erde ,Festivalbeitrag: 53. DOK Woche Leipzig 2010, 23. Filmfest Dresden 2011, KURZSUECHTIG 2011 / Fernsehauswertung im MDR, Raden Saleh im Auftrag des Goethe-Instituts in Jakarta, blaubeeren - cerne jagody, gefördet von: BKM, FFA, SLM, Faszination Zeit – Zeit erleben, im Auftrag der Stiftung Deutsches Uhrenmuseum Glashütte

 

Hinweis:

Derzeitig arbeiten Maja Nagel und Julius Günzel am gemeinsamen Hybrid-Film-Projekt "frieden kriegen".
Fertigstellung  ist im Anschluss an die Ausstellung - März 2017!


Informationen

filmpunktart.de/aktuelles und www.majanagel.de