Kunstverein Meissen e.V., Ausstellungen, Vernissage, Künstler, Meißen, Jazz im Keller

20 Jahre Kunstverein Meissen 1992 - 2012

Galerie auf Zeit



Meißen am 4. Juni

Fotografien von Daniel Bahrmannn

5. bis 29. September 2013

Galerie auf Zeit, Meißen, Burgstraße 29

 

Achtung! Neue Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 14 - 19 Uhr und Samstag 11 - 16 Uhr. Eintritt frei.

 

Kunstverein Meissen - Hochwasserfotos - Meißen am 4.Juni - Fotos von Daniel Bahrmann

 

Meißen, am 4. Juni

Der Meißner Künstler und Fotograf Daniel Bahrmann hat während der Elbeflut am 4. Juni 2013 zwischen 22.00 und 23.00 in der Dämmerung Fotoaufnahmen der Meißner Innenstadt mit der steigenden Flut aufgenommen. So konnte der Künstler eine ganz außergewöhnliche und faszinierende Stimmung einfangen. Das Wasser stieg zwar langsam, aber doch so schnell, dass es in der einen Stunde sichtbar war. „Als ich am am 4. Juni, nach der Absage des Literaturfests und den ganzen darauf folgenden Telefonaten und Mails, spät abends endlich etwas Zeit hatte, bin ich noch einmal mit dem Fotoapparat losgezogen. Durch das sommerliche Wetter hatten wir eine schöne blaue Stunde, die ich fotografisch nutzen wollte.“ erinnert sich Daniel Bahrmann. „Es ist jedoch doch viel später geworden, denn man traf auch spät noch viele Anwohner unterwegs in der Stadt. Viele waren sehr besorgt über die angespannte Situation. Ungewiss, wie weit wohl das Wasser noch steigen würde.“

Die Fotografien zeigen ein Meißen von einer geradezu unheimlichen Schönheit, ein schöner Schein, der aber etwas beklemmendes hat, wenn man bedenkt, welche Katastrophe für viele Menschen die erneute Flut innerhalb von 11 Jahren für ihr vertrautes Leben bedeutet.
Der Pegelstand am Abend des 4. Juni lag bei 850 cm (ca. 103,30 m über NHN). Das Wasser stieg bis zum 6. Juni, 16:00 Uhr, noch um weitere 1,55 m, auf einen Pegelstand von 1005 cm (ca. 104, 85 m über NHN). Das waren nur 34 cm unter dem Augusthochwasser 2002.

Wie ist die Situation in der Stadt? Schaffen die Betroffenen es, sich von diesem Rückschlag wieder zu erholen? Geben die Gastronomen und Ladengeschäfte auf? Die Fotos sollen die Grundlage und der Anlass sein, über die Flut, die Elbe und die Zukunft der Stadt nachzudenken und in der Bürgerschaft zu diskutieren. Die Ausstellung bietet dafür ein Podium. Mit Vorträgen wird die Ausstellung im September begleitet.

Der Künstler

Daniel Bahrmann studierte an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig Freie Kunst mit Diplom und ist seit 2005 freischaffender Künstler in Meißen. Er beschäftigt sich als Künstler mit dem fotografischen Idealbild der Gesellschaft und arbeitet als angewandter Grafiker und Fotograf zusammen mit dem Meißner Künstler Kay Leonhardt unter dem Label LEO.BAHRMANN. Er ist seit 2006 Vorsitzender des Kunstvereins Meißen und Projektleiter des Literaturfests Meißen.

Informationen unter www.bahrmann.de und www.fotografie.bahrmann.de

Galerie auf Zeit

Die Ausstellung soll ein Podium bieten für eine offene Debatte und ein Nachdenken über die aktuelle Situation nach der Elbeflut im Juni in Meißen. Die künstlerischen Flutbilder vom Meißner Fotografen Daniel Bahrmann geben Gelegenheit die Flut aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Die Projektgalerie ist eine Kooperation zwischen dem Kunstverein Meißen und dem Regionalbüro Meißen von Johannes Lichdi, Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag.

 

Pressespiegel

 

Sächsiche Zeitung: Unheimliche Schönheit

Daniel Bahrmann hat die Juni-Flut in Meißen in faszinierenden Bildern gebannt.

Sächische Zeitung vom 11. September 2013, Von Udo Lemke
Kunstverein Meissen - Hochwasserfotos - Meißen am 4.Juni - Fotos von Daniel Bahrmann

Geht das zusammen – Schönheit und Katastrophe? Es geht. In den Fotografien, die der Meißner Künstler Daniel Bahrmann am 4. Juni des Jahres aufgenommen hat, ist die alte Stadt zu sehen, wie man sie noch nie gesehen hat. Die blaue Stunde eines lauen Sommerabends, feucht glänzendes Straßenpflaster und alte Gebäude, die sich im Wasser spiegeln, wie in Venedig. Über allem ein warmes, seltsames Licht, das alles zum Leuchten bringt. „Die Fotos spiegeln wider, dass es eine Katastrophe geben wird, und dass man ganz langsam erstochen wird“, so Bahrmann. Er habe an diesem Juniabend beobachtet, wie das Wasser der Elbe kam – anders als 2002, nicht schnell über Nacht, sondern ganz allmählich, und er war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. „Auf dem Kleinmarkt etwa hatte ich eine außergewöhnliche Lichtsituation, denn die Neonröhren der schon ausgeräumten Fielmann-Filiale leuchteten noch und dazu der Abendhimmel. Es war eine seltsam gespannte Atmosphäre.“ Wusste doch niemand genau, wie hoch das Wasser der Elbe in den Straßen noch steigen würde. Und es „war diese Ambivalenz der Schönheit der Situation, die die Katastrophe ankündigt“.

Man dürfe nicht vergessen, dass diese zweite Flut in einem Jahrzehnt für viele Geschäfte existenziell war, erklärt Bahrmann. Das spiegelte sich auch bei der Eröffnung der Ausstellung in den Räumen der „Galerie auf Zeit“ in der Burgstraße wider: „Die Leute haben sich nicht getraut zu sagen, dass sie die Fotos schön finden.“ Es ist diese Irritation, die Bahrmann mit seinen Aufnahmen bezweckt. Er will einen anderen als den rein dokumentarischen Blick auf die Elbeflut. „Ich möchte dazu anregen, darüber nachzudenken, wie wir mit dem Wasser, mit dem Fluss umgehen.“ Eine offene Debatte über Notwendigkeit und Möglichkeiten des Umgangs mit Hochwasser sei vonnöten. Mit Bildern wie von der überfluteten Aral-Tankstelle unterhalb des Burgberges bezweckt er noch etwas anders. „Ich habe es sehr bewundert, wie viele Menschen gemeinsam versucht haben, die Tankstelle mit dem Bau eines Dammes zu retten, aber am Ende hat sich gezeigt, dass die Natur stärker ist als unsere Technik.“ Viele Menschen hätten jetzt begriffen, dass die Elbe zu Meißen gehöre, nicht nur als Postkartenmotiv. „Wenn Touristen bei schönem Wetter vor den Hochwassermarken in Kopfhöhe stehen, können sie nicht wirklich erfassen, was sie sehen.“

Mit der „Galerie auf Zeit“ will der Kunstverein Meißen neue Wege gehen. Neben den oft über Jahre hinaus geplanten Ausstellungen im Bennohaus am Markt, soll mit Räumen, wie dem in der Burgstraße, spontane Ausstellungen wie die jetzige ermöglicht werden. „Meißen am 4. Juni“, Fotografien von Daniel Bahrmann, bis 29. September, Mi-Sa 15-19 Uhr. Eintritt frei, „Galerie auf Zeit“, Meißen, Burgstraße 29

Quelle: Sächische Zeitung vom 11. September 2013, Text: Udo Lemke

 

Meißner Tageblatt: Andere Bilder von der Flut

Daniel Bahrmann stellt in der "Galerie auf Zeit" aus und will mit seinen Fotografien auch eine Debatte anstoßen

Meißner Tageblatt vom 5. September 2013, Von Toralf Grau
Kunstverein Meissen - Hochwasserfotos - Meißen am 4.Juni - Fotos von Daniel Bahrmann

 

Veranstalter

 

Kunstverein Meißen e.V.
Markt 9 • 01662 Meißen • www.kunstverein-meissen.de

Regionalbüro Meißen Bündnis 90 / DIE GRÜNEN
Gerbergasse 19 • 01662 Meißen • www.johannes-lichdi.de

Daniel Bahrmann, Künstler und Fotograf • www.bahrmann.de

 

Grüne