Kunstverein Meissen e.V., Ausstellungen, Vernissage, Künstler, Meißen, Jazz im Keller

20 Jahre Kunstverein Meissen 1992 - 2012

Ausstellung


Retrospektive zum Werk von Lothar Sell
"Ochsen und Engel"

in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Meißen

19. Januar bis 13. März 2011

 

Finissage der Ausstellung

am 13. März 2011, 11.00 Uhr

Zur Finissage der Ausstellung über das Werk von Lothar Sell laden wir Sie herzlich in den Kunstverein Meißen ein.

Gundula Sell und Hildegund Sell lesen aus den bislang noch nicht veröffentlichen privaten Einnerungen von Lothar Sell, sowie Ausschnitte aus den zahlreichen Büchern, die Lothar Sell illustriert hat.
Dr. Manfred Schemel, Vorsitzender des Erwin-Strittmatter-Verein in Bohsdorf, stellt den Band „Eine Stunde ist eine Stunde“ mit Briefen von Erwin Strittmatter an Lothar Sell vor.

 


Die Ausstellung in der evangelischen Akademie läuft noch bis 11. April 2011.

Ochsen und Engel

Mit dieser Ausstellung soll das Werk von Lothar Sell gewürdigt werden. Der Grafiker und Bildhauer, geboren 16. 11. 1939, verstorben 19. 1. 2009, hat den größten Teil seines Lebens in Meißen gelebt und gearbeitet.

Er wuchs als Waisenkind bei Verwandten in einem märkischen Dorf auf, studierte an der Kunsthochschule Dresden bei Professor Hans Theo Richter, bei dem er später auch drei Jahre lang Meisterschüler an der Akademie der Künste in Berlin war. 1963, nach dem Diplom, begann Lothar Sell in Meißen freischaffend zu arbeiten und gründete eine Familie.

Als Lehrer und Anreger wurde er wichtig für mehrere Meißner Künstler und später als Lehrbeauftragter an der Kunsthochschule Halle-Giebichenstein im Angewandte-Kunst-Studiengang Keramik.

Nach der Wende setzte sich Lothar Sell als Stadtrat für seine Wahlheimatstadt ein, besonders für die Kulturpolitik, und war lange aktives Mitglied im Kunstverein Meißen. Lothar Sell war zunächst als Grafiker und Buchillustrator tätig, besonders seine Holzschnitte sind bekannt, darunter diejenigen zu Werken von Erwin Strittmatter.

Auch freie Grafik und Malerei gehörten zu seinen Arbeitsbereichen. Besonders populär wurden seine farbig bemalten Holzplastiken mit lebenslustigen Motiven des einfachen, ländlichen Lebens oder die für ihn typischen "Wasser"-Tropfen aus Holz.

Später erarbeitete Sell sich die Technik der figürlichen Keramik, von der auch im öffentlichen Raum in Meißen Werke zu sehen sind, so am Zollhof und am Pflegeheim St. Benno. Auch aus Porzellan gibt es Kleinplastiken von ihm. In vielen Städten Deutschlands sind Kunst-am-Bau-Werke von ihm zu sehen. Arbeiten von ihm wurden in Einzelausstellungen in vielen Städten Deutschlands gezeigt, aber auch im Ausland (CSSR, Polen, Frankreich, Schweden, Schweiz) und waren regelmäßig in großen Gemeinschaftsausstellungen zu sehen. Andere finden sich in vielen öffentlichen Sammlungen und Museen.

Lothar Sells Kunst ist eine Feier von Lebendigkeit und Sinnlichkeit. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass sie keineswegs naiv oder nur freundlich sind, sondern die gesamte Dichte und Widersprüchlichkeit des Lebens in ihnen steckt. Zwei Jahre nach dem frühen Tod des Meißner Künstlers sollen Meißnerinnen und Meißner und ihre Gäste Gelegenheit haben, die Vielfalt von Lothar Sells Schaffen kennenzulernen oder ihr wiederzubegegnen.